Sektion Norddeutschland

Die Möglichkeiten und Grenzen des vermeintlich „grünen“ Klimaengineerings

Seit Jahrzehnten liegen Ideen zum „Klimaengineering“ vor, welche Technologien für die gezielte Modifikation des Klimas umfassen. Man unterscheidet dabei zwei grundlegende Arten: Die vermehrte Reflexion der einfallenden Sonnenstrahlung ins All und der vermehrte Entzug Kohlenstoffdioxids aus der Atmosphäre. Während ersteres die Symptome behandelt, widmet sich die zweite Kategorie der Eingrenzung der Ursachen des Klimawandels. In Angesicht der immer näher rückenden Erreichung des 1.5 Grad Ziels scheinen vor allem Methoden zur CO2 Extraktion durch Aufforstungsprogramme oder die Nutzung von Biomasseplantagen und -energie attraktiv. So versprechen diese Vorhaben doch nicht nur umweltfreundliche Lösungen, sondern auch wirtschaftliche Vorteile. Doch was im regionalen Rahmen vielleicht noch als „grüne“ Technologie begehrt sein mag, birgt im benötigten globalen Ausmaße Risiken für Mensch, Natur und das Klima selbst. In diesem Vortrag werden die Ergebnisse von globalen Computersimulationen vorgestellt, in denen mögliche Zukunftsszenarien auf ihre land-basierten Mitigationspotentiale und die damit verbundenen möglichen Risiken untersucht wurden. Die CO2 Extraktionsraten durch Pflanzen hängen dabei hauptsächlich von der veranschlagten Fläche, der Bodenqualität, sowie Wasser- und Düngeranwendungen ab. Nachhaltige Anbauweisen mit Rücksicht auf Wasserressourcen, Naturschutz, Nahrungsmittelproduktion und die Vermeidung zusätzlicher Emissionen sowie lokaler Klimaeffekte schränken den Erfolg stark ein. Vielversprechender scheint daher die Kombination verschiedenster Methoden von u.A. Bodenmanagement, Einbringung von Biokohle und nachhaltiger Forstwirtschaft sowie der technologische Fortschritt in der CO2 Verwertung und Speicherung.

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Datum 12.03.2019

Zeit 16:30 Uhr

Kolloquium Frau Dr. Lena Boysen, Max-Planck-Institut für Meteorologie, Abteilung "Land im Erdsystem", Hamburg

Ort Deutscher Wetterdienst
Seewetteramt, Hörsaal
Bernhard-Nocht-Straße 76
20359 Hamburg

Hörsaal / Raum 108