Sektion Norddeutschland

Vegetation – das Fliegengewicht im Klimasystem

Liebe Mitglieder der DMG Sektion Norddeutschland,

ich möchte Sie recht herzlich zu unserem Kolloquium am Dienstag, 14. Juni 2022, 16.30 Uhr einladen, welches zur Vergrößerung der Reichweite als online Veranstaltung stattfindet.

Die Teilnahme am Kolloquium erfolgt über das Meeting-Tool  ZOOM. Der LINK zur Teilnahme an der Veranstaltung wurde den Mitgliedern der DMG Sektion Norddeutschland direkt mit der Einladung zugeschickt.

Gäste sind herzlich willkommen: Bitte erfragen Sie den Teilnahmelink bei etling(at)meteo.uni-hannover.de.

Zusammenfassung:

Alexander von Humboldt (1845) definierte Klima als eine spezifische Beschaffenheit der Atmosphäre, die aber abhängig sei von der Wechselwirkung der Atmosphäre mit dem Ozean und dem Land, speziell der Vegetation. Dieses Bild entspricht der modernen Klimasystemforschung, die Klima nicht nur als Wetterstatistik versteht, sondern im weiteren Sinne als statistische Eigenschaft eines komplexen Systems begreift.

Wie wichtig ist die Vegetation in diesem System aus der Sicht der Klimaphysik? Wegen ihrer im Vergleich zu den anderen Klimasystemkomponenten geringen Masse, kann die Vegetation nicht den globalen Drehimpulskreislauf und die globale Energiespeicherung beeinflussen. Sie wirkt über Energieflüsse an der Grenzfläche zwischen Atmosphäre und Land, und sie speichert Kohlenstoff und wirkt so auf den globalen Kohlenstoffkreislauf und damit auf den Treibhauseffekt in der Atmosphäre. In der Bilanz der Prozesse kühlt die tropische Vegetation das globale Klima, die Vegetation der hohen nördlichen Breiten wärmt dagegen eher.

In manchen Regionen kann die Wechselwirkung zwischen Klima und Vegetation auch zu raschen, im Vergleich zu einer Änderung im Klimaantrieb abrupten Änderung im Klimasystem führen. Im Vortrag werden dazu Beispiele aus der Klimageschichte betrachtet.

Im Ausblick wird auf die bis vor gut 100 Jahren wichtigste anthropogene Klimaänderung eingegangen, die Landnutzung. Obwohl mittlerweile als anthropogener Klimaantrieb im Vergleich zur Emission von Treibhausgasen eher in den Hintergrund getreten, ist sie dennoch bei der Betrachtung der lokalen Klimaänderung und Anpassung an Klimaänderungen von großer Bedeutung.

Mit freundlichen Grüßen

Stephan Bakan, 1. Vorsitzender

Infobox

Datum 14.06.2022

Zeit 16:30 Uhr

Kolloquium Prof. Martin Claussen (MPI für Meteorologie und Universität Hamburg)

Ort Online-Webinar